Zurück
,

Was ist digitales Fundraising & wie wird es erfolgreich umgesetzt?

Die Digitalisierung hat den Alltag und das Berufsleben grundlegend verändert: Online Vertragsabschlüsse, Banking, Verwaltung oder Kommunikation haben sich dauerhaft gewandelt. Ein grosser Teil der Kommunikation, privat oder geschäftlich, findet in den digitalen Medien statt. Auch in der Welt der Philanthropie sind digitale Kanäle wichtige Kommunikationsmittel. Für Förderstiftungen, Projektträger und Spender bietet das Internet zahlreiche Möglichkeiten der Vernetzung, Werbung und Information.

Die wichtigsten digitalen Kanäle für modernes Fundraising, Vorteile und Herausforderungen sowie wichtige Aspekte, die es zu beachten gilt, stellen wir Ihnen vor.

Online Fundraising – das sollten Sie beachten:

Welche Aspekte beim Fundraising im Allgemeinen zu beachten sind, darauf sind wir bereits in dem Artikel Fundraising in der Schweiz näher eingegangen. Was für die klassischen, „analogen“ Kanäle wie Telefonakquise, Briefwerbung, Printanzeigen und Infostandkampagnen gilt, lässt sich in grossen Teilen auf das digitale Fundraising übertragen.

Online Fundraising kann nicht trennscharf von Online Marketing unterschieden werden. Viele der digitalen Massnahmen zum Zweck der Mittelbeschaffung stärken ganz nebenbei die Online-Präsenz und führen zu mehr Sichtbarkeit und Bekanntheit des Projekts oder der Organisation. Mehr Aufmerksamkeit führt wiederum zu mehr Spenden.

Diesen Effekt können Sie optimal für sich nutzen, indem Sie ein digitales Fundraising-Konzept erarbeiten und Ihre digitale Fundraising-Kampagne auch als Online-Marketing-Kampagne sehen. Achten Sie darum auf einen hohen Wiedererkennungswert durch eine definierte Bild- und Textsprache, omnipräsente Logos bzw. einen einprägsamen Namen des spezifischen Projekts.

Die wichtigsten Kanäle für digitales Fundraising

Digitales Fundraising funktioniert am effektivsten, wenn Sie unterschiedliche Kanäle für die Ansprache nutzen und diese miteinander verknüpfen. Für die Sichtbarkeit sollten Sie unbedingt eine eigene Website bzw. eine konkrete Online-Präsenz und einen eigenen Facebook-Account einrichten. Andere Kanäle, wie Instagram oder LinkedIn sollten Sie zielgruppenspezifisch wählen. Möchten Sie vor allem Förderstiftungen ansprechen, sind regelmässige TikTok-Posts eher nicht die richtige Wahl.



Definition:
Der Begriff digitales Fundraising bezeichnet internetbasierte Tools, Strategien und Konzepte der Mittelbeschaffung für gemeinnützige Projekte und Organisationen.

Ein grosser Vorteil des digitalen Fundraisings: Sie haben zahlreiche kostenlose oder sehr günstige Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu generieren und Spender anzusprechen. Darum dürfen Sie gerne mutig sein und kleine Experimente auf neuen Plattformen oder Portalen wagen. Vorsicht jedoch: Das Internet vergisst nie! Vermeiden Sie unbedingt peinliche oder unangebrachte Posts. Diese können schnell negative Aufmerksamkeit erregen und Ihrem Image als Projektträger nachhaltig schaden

Die zentralen Channel für digitales Fundraising:

  • Die Website, Ihre Adresse im Internet: Ihre Organisation sollte auf jeden Fall eine Website haben. Einzelne Projekte oder Initiativen lassen sich ebenfalls auf einer eigenen Website anschaulich darstellen, eine einschlägige Unterseite auf der Website der Dachorganisation ist zudem möglich. Neben Projekt und Kontaktdaten, sollte auf der Webseite vor allem ein Spendenaufruf prominent platziert sein, um die Schwelle für eine Spende möglichst niedrig zu halten. Falls möglich, sollten Besucher direkt auf Ihrer Website spenden können.
  • Social Media: Die sozialen Netzwerke bieten zahlreiche Möglichkeiten für digitales Fundraising. Mit einem eigenen Konto und regelmässigen Posts auf Instagram und Co. können Sie hier effektiv und gezielt potenzielle Partner kontaktieren. Sprechen Sie Influencer an, also Nutzer mit hoher Reichweite, damit diese für Ihren Zweck die Werbetrommel rühren. Einige Netzwerke, Facebook etwa, bieten auch eine direkte Spendenfunktion auf ihrer Seite an.
  • E-Mail-Marketing: Um Newsletter oder Spendenaufrufe zu verschicken, benötigen Sie zunächst E-Mail-Adressen und die Zustimmung der Besitzer dieser Adressen, von Ihnen kontaktiert zu werden. Andernfalls wird aus E-Mail-Marketing Spam. Vermeiden Sie vor allem, E-Mail-Adressen zu diesem Zweck zu kaufen. Die Anbieter dieser Adressen sind oft unseriös. Bieten Sie den Besuchern Ihrer Website die Anmeldung zu einem Newsletter an oder betreiben Sie dafür auf Social Media Werbung. So erreichen Sie mit Ihren E-Mails Menschen und Unternehmen, die sich wirklich für Sie als Projektträger interessieren und eine gewisse Spendenbereitschaft mitbringen. Neben Spendenaufrufen sollten die E-Mails natürlich Informationen über das Projektgeschehen, Fortschritte und Wissenswertes zum Thema enthalten, um einen Mehrwert über das Spenden hinaus zu bieten.
  • Plattformen & Stiftungsverzeichnisse: Besonders effizient und komfortabel ist das digitale Fundraising über Portale, Spendenplattformen und mit der Hilfe von Stiftungsverzeichnissen. Hier sind Sie genau an der richtigen Stelle vertreten, erreichen unterschiedliche Akteure gleichermassen und der Aufwand ist überschaubar. stiftungschweiz.ch bietet Schweizer Förderstiftungen und Projektträgern eine aktive Plattform für digitale Philanthropie. Organisationen, Förderstiftungen und Projekte werden über clevere Filterfunktionen gezielt zusammengebracht. Die dazugehörige grösste Spendenplattform der Schweiz wird von Privatspendern und Unternehmen genutzt, um interessante Initiativen zu entdecken und direkt zu spenden.
  • Crowdfunding: Mit Crowdfunding können grosse Spendensummen generiert werden: Eine grosse Gruppe von Privatpersonen steuert Minimalbeträge für ein Projekt bei. Neben Start-ups nutzen viele Initiativen diese Crowdfunding-Portale für das digitale Fundraising. Eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne ist meist mit Marketing-Massnahmen, z. B. auf Social Media verknüpft. Auf den Portalen selbst, etwa auf gofundme.com, werden aber auch beliebte oder neue Projekte vorgestellt.

Wichtig für den Erfolg: Trends beachten und Geduld haben

Die grösste Herausforderung im digitalen Fundraising stellen die Vielzahl an Möglichkeiten und die schiere Unendlichkeit des Internets dar. Um in der Komplexität und der Bandbreite an Informationen nicht unterzugehen, sollten Fundraiser schnell sein und ein Gespür für neue Trends haben. Neue Plattformen und soziale Netzwerke entstehen beinahe täglich, die wenigsten setzen sich langfristig durch. Um wertvolle Ressourcen nicht an leblose Websites zu verschwenden, sollten Sie also nicht nur posten, sondern immer ein Auge darauf haben, welche Plattformen und Inhalte andere Nutzer, Unternehmen und Projekte nutzen.

Auch wenn Mut und kreative Ideen oft mit Aufmerksamkeit belohnt werden, setzen Sie sich keine allzu hohen Ziele: Mit einem Video oder einer Initiative viral zu gehen, ist immer mit Glück verbunden. Digital handeln bedeutet auch, die Interaktivität des Internets zu begreifen. Sie sprechen nicht nur zu potenziellen Spendern, die Nutzer sprechen auch zu Ihnen – und über Sie. Hören Sie Ihnen zu! Ihr Image als Projektträger oder Organisation wird von der Community mitbestimmt.

Erfolgreiches digitales Fundraising benötigt etwas Zeit. Follower und nachhaltige Vernetzung entstehen nicht von heute auf morgen. Wenn Sie langfristig und strategisch planen, können Sie mit ein wenig Ausdauer und Geduld im Bereich digitales Fundraising viel erreichen. Eine Grundvoraussetzung dafür wäre: Auch online sind Spenden in Form von Geldspenden, Dienstleistungen, Arbeitsleistungen und Sachspenden möglich.

Das könnte Sie auch interessieren