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Wie bewerten Destinatäre die Zusammenarbeit mit Schweizer Förderstiftungen?

Der Grantee Review Report 2019 ist erschienen. In der Online-Studie wurden zum ersten Mal Destinatäre von sieben Schweizer Stiftungen und Förderorganisationen zu ihrer Zusammenarbeit mit ihren Förderern befragt. Die Bereitschaft Feedback zu geben war hoch.

Das Verhältnis zwischen Förderstiftungen und ihren Destinatären ist ein besonderes. Förderstiftungen setzen ihren Zweck selten selbst um, sondern arbeiten dafür mit Förderpartnern wie Non-Profit Organisationen (NPO) zusammen. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind gegenseitiges Vertrauen und ehrliche Rückmeldungen zu dem was gut läuft, aber auch zu dem was nicht gut läuft entscheidend. Gleichzeitig ist auf Seiten der NPO der Wettbewerb um Fördergelder hoch. Die Bereitschaft, die Hand, die einen füttert, zu kritisieren ist bei den Geförderten nicht besonders hoch. Und so entsteht ein ungleiches Verhältnis in dem ohne gegenseitiges Feedback zusammengearbeitet wird.

Erster Benchmark für Schweizer Förderstiftungen

Förderpartner und erfolglose Antragsteller wurden zu den Themenbereichen Kommunikation und Transparenz, Antragsprozess, Zusammenarbeit während der Förderphase als auch Handhabung von abgelehnten Anträgen befragt. Insgesamt wurden Antworten von 416 Förderpartnern und 252 erfolglosen Antragstellern ausgewertet. Die Studie wurde vom Center for Philanthropy Studies (CEPS) in Zusammenarbeit mit SwissFoundations und der Stiftung Mercator Schweiz durchgeführt und soll einen ersten Benchmark bieten.

Nicht so intransparent wie gedacht und ein sorgfältig vorbereiteter Antrag lohnt sich!

Die Ergebnisse zeigen, dass Destinatäre die Kommunikation insgesamt als sehr positiv bewerten. Der persönliche Kontakt mit Stiftungsmitarbeitenden erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Antrag. Ebenso wird deutlich, dass mit durchschnittlich 63 Stunden doppelt so viel Zeit in die Vorbereitung eines erfolgreichen Antrags investiert wurde als in einen abgelehnten Antrag (32 Stunden). Die grösste Herausforderung bei den Destinatären ist die Konkurrenz um Fördergelder untereinander. Die vermeintliche Intransparenz des Stiftungssektors wird überraschend als weniger herausfordernd wahrgenommen.

Lehren für die Zukunft:

  • Objektive Antragsverfahren garantieren, dass auch gute Projekte gefördert werden, bei denen Destinatäre nicht über persönliche Kontakte zu Stiftungsmitarbeitenden verfügen.
  • Feedback zu den Gründen, die zur Ablehnung eines Antrags geführt haben, helfen Destinatären in Zukunft bessere Anträge zu verfassen.
  • Stiftungen spielen eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung für Risikokapital für Innovationen.

Weiter zur umfassenden Studie auf der Webseite des CEPS

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